19.02 / Badehaus Hof Weissbad, Weissbad

in Planung seit Juli 2019
Planungsteam
Auftraggeber – Hof Weissbad AG
Architektur – op-arch | Oester Pfenninger Ulrich Weiz
Landschaft – raderschallpartner AG
Projektbeschrieb

Ergänzungsbauten zum Hof Weissbad stellen eine besondere Herausforderung dar. Der bestehende, zentralsymmetrische Neubau mit seinen Anbauten weist wenig architektonische Qualitäten auf. Das Badehaus soll deshalb nicht als weiteren Anbau im Sinne eines «Weiterbauen» gezeichnet, sondern als eigenständiges Bauwerk mit besonderen Eigenschaften gedacht werden. Der Rundbau lässt in dieser engen Landschaftskammer Beziehungen in alle Himmelsrichtungen zu und der Zwischenraum zum Bestand bei der Strassenkurve gibt den Blick in die Tiefe zum bewaldeten Hügel frei.

In Anlehnung in der von Bruno Taut in der Frühmoderne aufgezeichneten visionären Idee einer kristallinen «Alpinen Architektur» soll auch die Architektur des Badehauses mit der Natur zu einer Einheit vereint werden. Der zweigeschossige Bau, ganz aus Fichtenholz gezimmert, wird von einer gläsernen Haut aus Glas eingekleidet. Die gezackte Hülle erinnert an einen geschliffenen Diamanten und vom Dach fallen freischwebende Hängepflanzen, Natur und Architektur werden so zu einem symbiotischen Ganzen.

Über einem Untergeschoss in Ortbeton mit den notwendigen technischen Räumen und Lagerflächen steht der Holzbau. Erdgeschoss und Obergeschoss sind orthogonal, auf dem Prinzip des «Haus im Haus» konzipiert, d.h. wir bilden über Raumvolumen mit Funktionen wie Treppe, Lift, Bistroküche, Umkleidekabinen, Zwischenlager und Toiletten Aufenthaltsräume mit Aussenbezug. Das Obergeschoss, im Durchmesser wenig grösser, ist das eigentliche Herzstück der Anlage: die Heusauna, die finnische Sauna und das Dampfbad. Die beiden Saunahäuser haben grosse Fenster mit Blick auf die nähere Landschaft und die weiten Berge, sind aber durch die erhöhte Lage gleichzeitig auch vor Einblicken von Aussen geschützt. Treppe und Lift führen auf das Dach mit der mittig angeordneten Terrasse und einem intensiv bewirtschafteten Pflanzensaum.

Die expressiv gestaltete, gläserne Fassade ist mit natureloxierten Fensterprofilen gerahmt. Der Dachrand ist als Metallring ausgebildet und ebenfalls aus natureloxiertem Leichtmetall gefertigt. In der Dämmerung und abends leuchtet der Holzbaukörper und gibt sein Inneres preis. So entfaltet sich ein Wechselspiel zwischen entmaterialisierter, äusserer Haut und den haptischen Qualitäten des Holzbaus im Innern des Hauses.